Horchen und Lernen
Grundsätze nach Dr. Guy Bérard:

  • Das Horchen entspricht dem Verhalten eines Menschen
  • Gutes Horchvermögen korreliert mit guten Schulleistungen
  • Das Horchvermögen entscheidet über die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit des Menschen
  • Bestimmte Hörkurven können über die Befindlichkeit eines Menschen Auskunft geben
  • Die Verbesserung des Hörvermögens ist mittels der Horchpädagogik erreichbar
  • Die Verbesserung der Horchvermögens verbessert die Schulleistungen

Liegen Hörverarbeitungsstörungen vor, kann Gehörtes nicht sortiert, entschlüsselt und eingeordnet werden. Voraussetzung des Lesens ist es zum Beispiel, ein Zeichen zu identifizieren, ihm ohne Verzerrung einen Laut zuordnen und diesen dann präzise wiedergeben zu können.
Durch Hörverarbeitungsstörungen werden Aufgaben und Aufforderungen falsch interpretiert, ihnen Folge zu leisten ist somit erschwert.
An dieser Stelle reagieren viele Kinder mit Unruhe, sind orientierungslos und ziehen sich in Folge dessen entweder zurück oder versuchen, ihre Schwierigkeiten mit Stören, Abschreiben oder Herumkaspern zu überspielen. Viel zu schnell kommt es dann zu Diagnosen wie AD(H)S und/oder Legasthenie.
Die oben beschriebenen Symptome haben jedoch in vielen Fällen ihren Ursprung in einer Beeinträchtigung der  Hörverarbeitung und -wahrnehmung. Denn erst wenn diese geordnet ist, können verbale Anleitungen richtig aufgenommen, selektiert und auf sprachlicher Ebene umgesetzt werden. Ein aufmerksameres Verhalten ist zusätzlich bemerkbar.

Allerdings können nicht alle Schulschwierigkeiten auf Probleme der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung zurückgeführt werden. Auch zu wenig Zuwendung, Unterstützung bei den Schulaufgaben oder unpassendes Lern- und Lehrangebot können die Ursache für Lernschwierigkeiten darstellen.